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Vergangene Woche hatte die Stiftung Rechtsschutzsaal die Vertreter von Vorstand und  Beirat sowie zahlreiche Freunde zu einem Empfang geladen. Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer begrüßte im Rahmen eines „Kick-Off-Termines“ dabei zahlreiche Gäste im historischen Rechtsschutzsaal und nutzte die Gelegenheit, auf die im Jahr 2019 zur Umsetzung anstehen Projekte zu verweisen.

Nachdem vor einigen Jahren das Gebäude einer umfassenden Renovierung und attraktiven Ausgestaltung sowie technischen Aufrüstung unterzogen wurde, hat sich dank des herausragenden Engagements vieler der Stiftung nahestehender Organisationen und mit Hilfe großzügiger Freunde die Finanzlage der Stiftung erheblich verbessert. Die erforderlichen Rücklagen stehen wieder voll umfänglich bereit und auch für weitere Arbeiten befinde sich die Stiftung „im grünen Bereich“.

Wesentlich hat  zu dieser positiven Entwicklung die jährliche Spendengala wie auch die regelmäßigen Buchungen der attraktiven Räumlichkeiten durch potente Kooperationspartner beigetragen. Nicht unerwähnt blieben die Vermietungen der ehemaligen Pächterwohnung an die Singschule „Faszination Singen“ von Sue Lehmann und das Showensemble von Gunni Mahling.

Nun hat die Stiftung Rechtsschutzsaal selbst einen Antrag bei der RAG Stiftung auf Unterstützung zum Einbau eines Aufzuges zwischen dem Foyer („Lucie-Meyfarth-Saal“) und dem Saal im Obergeschoss („Hans-Böckler-Saal“) gestellt. Hier läuft gegenwärtig noch das Prüfverfahren.

Als erste Großveranstaltung des Jahres verwies Thomas Otto auf die gemeinsam von der Arbeitskammer und der DGB-Jugend am Vorabend des Holocaus-Gedenktages stattfindende  Veranstaltung „Per la vita“ mit Esther Bejarano und der Rap-Band „Microphone Mafia“. Esther Bejarano wurde 1943 deportiert und durchlitt die Hölle der KZs Auschwitz und Ravensbrück. Sie spielte im Mädchenorchester von Auschwitz und überlebte den Naziterror mit Mühe. Sie engagierte sich frühzeitig gegen rechts, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Die Stadt Friedrichsthal, die vor Jahren selbst vom Bündnis für Toleranz als Stadt ohne Rassismus / Stadt mit Courage ausgezeichnet wurde, heißt diese Veranstaltung ausdrücklich willkommen.

Damit nicht genug: In diesem Jahr wird man das Jubiläum der 130-jährigen Gründung des Rechtsschutzvereines begehen können. Die Öffentlichkeit wird über die Veranstaltung rechtzeitig informiert.

Mit dem Projekt der IGBCE Ortsgruppe Friedrichsthal-Bildstock ist 2018 mit Geo-Catching eine neuzeitliche  Form der Organisation einer thematischen Wanderung  entwickelt worden, bei der der Rechtsschutzsaal zukünftig eng eingebunden wird.

Die bereits vor Jahren durch Prof. Harald Hullmann entwickelte Idee zur Einrichtung eines multifunktionalen Dokumentationsraumes, in der man auf Bücher, Plakate und Multimedia-Installationen zugreifen kann, will man im Laufe dieses Jahres realisieren. Hierbei sind alle Mitstifter herzlich aufgefordert, sich an der Umsetzung zu beteiligen oder kreative Ideen mit einzubringen.

Die bereits bestehende Ausstellung von Plakaten aus der Gewerkschaftsgeschichte wird um Kommentierungen und Hintergrundgeschichten  ergänzt. Thomas Otto verweist in diesem Zusammenhang auf die Zusammenarbeit mit der Journalistin Annika Meier von Magazin „Sonar“.

Frau Meier wird in gut verständlicher Sprache eine erklärende Darstellung zur Geschichte der Rechtsschutzbewegung und des Rechtsschutzsaales erarbeiten, sie wird dazu als „Geschichtsschreiberin“ engagiert. Das „Haus der Solidarität“ soll damit wieder greif-, les- und hörbar mit Geschichte erfüllt und die herausragende Bedeutung dieses Hauses für die Besucher(innen) besser verständlich werden.

Das Kulturangebot im Rechtsschutzsaal wird durch die seit Jahren stattfindende beliebte Reihe „Musik unter Kastanien“ angeführt. Dieses soll perspektivisch durch ein Projekt „Arbeiterlieder“ (resp. ...-chansons) ergänzt werden. Abstimmungen mit möglichen Kooperationspartnern laufen bereits.

Ein Herzenswunsch wäre ihm dann noch die Installierung einer regelmäßigen Bewirtung und eines passenden Caterings, entweder für Gewerkschaftsstammtische oder für gezielt hier verortete Besprechungen.

Rolf Schultheis, Bürgermeister und Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Rechtsschutzsaales dankte ganz herzlich für die umfassenden Ausführungen. In den letzten Jahren habe die Stiftung  dank der Initiative von Eugen Roth und Thomas Otto einen bislang ungeahnten Aufschwung erfahren. 

Der Bekanntheitsgrad sowohl der Stiftung als auch des historischen Bauwerkes habe beträchtlich gewonnen und so konnte Schultheis auf die Ende letzten Jahres erfolgte posthume Verleihung des „Querdenkerpreises“ durch den saarländischen AnwaltVerein an Nikolaus Warken, den Gründer des Rechtsschutzvereines verweisen. Er sieht darin eine besondere Anerkennung für die Stiftung und so lud er alle ein, an der öffentlichen Wahrnehmbarkeit der Stiftung und des Rechtsschutzsaales weiter mit vereinten Kräften zu arbeiten.

In Anbetracht der eingetretenen finanziellen Konsolidierung dürfe man feststellen, dass man auf einem guten Weg sei, allen, die dazu beigetragen haben, dankte er herzlich. Die anwesende Presse lud er ein, auf die dargelegten Vorhaben hinzuweisen und somit das Engagement in der Sache in die Öffentlichkeit zu tragen und um weitere Unterstützung zu werben.